Tipps und Tricks für die Kulisse

August 06, 2019 Jill Carstens Foto-Tipps, Fotowissen 0 comments

Störfaktoren aus dem Bild befördern

Hey, ihr Lieben!
Wie ich letzte Woche schon erwähnt habe, klemme ich mir im Sommer bei jeder sich bietenden Gelegenheit mein Equipment unter den Arm und arbeite im Freien. Die satten Farben der Wälder, Wiesen und Gärten eignen sich schließlich nicht nur für Landschaftsaufnahmen. Auch Portraits sehen vor der lebendigen sommerlichen Kulisse einfach umwerfend aus.

 

Das einzige Problem? Manchmal ist der Hintergrund fast ein bisschen zu lebendig – und wenn wir dann beim Fotografieren nicht aufpassen, stiehlt die Kulisse dem eigentlichen Motiv die Schau.

 

 

Warum wir uns nicht auf die digitale Bildbearbeitung verlassen sollten

 

Rechts spielen Kinder, links toben zwei Hunde ausgelassen über eine Wiese. Hier fährt ein Linienbus, dort steht eine einzige dunkle Wolke am Himmel – und mitten im schönsten Grün steht ein funkelnagelneues Straßenschild, das wir ganz sicher nicht im Bild haben wollen. Wenn wir draußen fotografieren, müssen wir oft kreativ werden, um aus dem Hintergrund zu verbannen, was von unserem eigentlichen Motiv ablenken oder die Farbstimmung des Gesamtbilds stören würde.

 

Natürlich könnten wir einfach trotzdem unsere Fotos machen. Immerhin können wir sie anschließend am Computer nachbearbeiten. Schneiden wir aber etwas Störendes aus, stimmt anschließend meistens das Format nicht mehr – was zur Folge hat, dass wir noch mehr retuschieren müssen, um das Gesamtbild wieder in die gewünschte Form zu bringen. Das kann vor allem dann ganz schön anstrengend werden, wenn wir das Bild in einem typischen Foto-Format drucken wollen.

 

Haben wir einen Störfaktor im Hintergrund entdeckt, sollten wir also immer erst versuchen, ihn gleich in der Aufnahme aus dem Bild zu verbannen.

Den Bildausschnitt geschickt wandern lassen

 

Ideal ist es, wenn wir uns so drehen und bewegen können, dass das Hindernis hinter oder neben uns steht. Da das aber den Bildausschnitt radikal verändert, müssen wir meistens ein bisschen subtiler sein und stattdessen versuchen, das Ärgernis anderweitig über den Bildrand zu befördern.

 

Oft reicht es schon, wenn wir uns – und damit die Kamera – ein paar Schritte weit bewegen. Steht das Hindernis mehr oder weniger zentral vor uns, gehen wir direkt darauf zu. Befindet es sich rechts oder links von uns, bewegen wir uns ganz leicht in die jeweils andere Richtung. Und wenn irgendwo am oberen Bildrand etwas zu sehen ist, das wir da nicht sehen wollen, dann treten wir einfach ein paar Schritte zurück.

 

Dadurch können wir die Perspektive der Aufnahme nahezu unverändert beibehalten und gleichzeitig den Bildrand strategisch wandern lassen, bis wir den idealen Ausschnitt gefunden haben. Liegt der unerwünschte Bestandteil unserer Kulisse von Anfang an am Bildrand, können wir das übrigens auch lösen, indem wir auf die Zehenspitzen bzw. in die Hocke gehen oder uns ein klein wenig zur Seite neigen.

 

Und falls alle Stricke reißen und wir uns zum Entfernen des Hindernisses so weit bewegen müssten, dass es unsere Perspektive allzu stark verändert, können wir auch mit den Formaten (hochkant oder quer?) und sogar mit gekippter Kamera experimentieren. So entstehen manchmal die spannendsten Aufnahmen: aus der Verlegenheit heraus, eine Hochspannungsleitung, einen Bagger oder vielleicht auch nur einen Kaffeefleck auf dem Shirt unseres Modells unsichtbar zu machen.

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