Deine Checkliste für den Kamerakauf

April 29, 2019 Jill Carstens Foto-Tipps, Fotowissen, Kamera-Kauf 0 comments

Was die ideale Kamera wirklich können muss

Hey, ihr Lieben!
Im dritten Teil unserer Reihe rund um die Suche nach der idealen Kamera wollen wir jetzt ins Detail gehen. Heute schauen wir uns die Eigenschaften an, auf die wir bei der Auswahl des konkreten Kamera-Modells besonderen Wert legen sollten. Daraus erstellen wir eine handliche Checkliste, mit der ihr euch auf den Besuch beim Elektronik-Fachhändler eures Vertrauens vorbereiten könnt.

Größe und Gewicht

Der erste Punkt, den ich gern ansprechen würde, scheint auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen trivial, ist es aber keineswegs. Größe und Gewicht der Kamera tragen nämlich maßgeblich dazu bei, dass du deine Kamera gern oder ungern zur Hand nimmst. Also stell dir immer die Frage, ob das Modell, das dich interessiert, gut in der Hand liegt. Kannst du die Kamera auch ohne Stativ über einen längeren Zeitraum entspannt halten? Wichtig ist, dass du ein Modell findest, das zur Größe deiner Hände passt.

Megapixel

Ja, die Zahl der Megapixel wirkt sich auf die Bildqualität aus – vor allem dann, wenn du deine Bilder in großen Formaten ausdrucken oder kleine Ausschnitte vergrößert wiedergeben willst. Das absolute Maximum brauchst du deshalb aber keineswegs, um wirklich gute Fotos zu machen. Wenn du deine Bilder beispielsweise auf Postkartengröße oder bis auf DIN A4 drucken willst, kannst du auch mit rund 10 Megapixel auskommen, ohne dass die Schärfe der Bilder darunter leidet.

Der Sensor

Wichtiger als die Zahl der Megapixel ist für die Bildqualität die Größe des Sensors. Dank moderner Technik können auch kleine Sensoren sehr stark sein. Allerdings arbeitet der Sensor immer im Verbund mit dem Objektiv. Schwächelt das Objektiv, kann auch der stärkste Sensor das nicht vollständig ausgleichen. Und da kleine Sensoren meist in Kameras zu finden sind, die auch über fest verbaute Objektive verfügen, etwa in Smartphone- oder Kompaktkameras, bedeutet das gewöhnlich Bilder, die in kleinen Formaten gut aussehen, in großen Drucken aber an Farbkraft und Schärfe verlieren. Je größer du deine Bilder schlussendlich sehen willst, desto mehr Wert solltest du also auf einen größeren Sensor und ein angemessen starkes Objektiv legen.

Soll der Hintergrund verschwommen oder das Bild gleichmäßig scharf sein?
Ein kleiner Tipp dazu: Wenn du Portraits aufnehmen willst, ist ein wirklich großer Sensor toll, da du damit den Hintergrund verschwommen und die Person gestochen scharf aufnehmen kannst. Das lässt das Bild dynamisch wirken und lenkt vor allem den Blick auf dein eigentliches Motiv. Soll hingegen die ganze Aufnahme scharf gestellt sein, etwa für Produkt- oder Food-Fotografie oder auch für Bilder von sehr kleinen Motiven, dann bist du mit einem mittleren Sensor besser beraten.

Das Objektiv

In den meisten Kamera-Typen ist das Objektiv fest verbaut. Auch bei fixen Objektiven sind jedoch zwei Faktoren zu beachten: Die Brennweite und die Blendenöffnung. Die Brennweite bestimmt, wie nah du an dein Motiv heranzoomen kannst. Neben den bekannten Zoom-Objektiven gibt es auch Objektive mit sogenannter Festbrennweite. Diese kannst du nicht verstellen, sodass du die Kamera – und damit dich selbst – bewegen musst, um dein Bild scharf zu stellen. Das Objektiv bestimmt außerdem auch darüber, wie gut deine Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen werden. Achte hierfür auf die maximale Blendenöffnung. Sie wird mit einem Wert wie f/3.5 angegeben. Die Zahl hinter dem F sagt dir, wie lichtstark das Objektiv ist: Sie sollte nämlich möglichst klein sein.

Die Geschwindigkeit des Autofok

Mehr als eine halbe Sekunde sollte zwischen dem Drücken des Auslösers über das Scharfstellen bis hin zur Aufnahme nicht vergehen – sonst werden Aufnahmen von bewegten Motiven häufig unscharf. Möchtest du dich auf Food-, Immobilien- oder Landschaftsfotografie spezialisieren, fällt dieser Faktor weitaus weniger ins Gewicht als beispielsweise für Portraits, Wetter- oder Tieraufnahmen. Je unberechenbarer deine Motive sind, desto schneller muss auch deine Kamera reagieren können.

Je schneller und lebhafter das Motiv, desto schneller muss auch der Autofokus der Kamera sein, um es einzufangen!

Deine Checkliste für den Kauf eines Fotoapparats

Auf jeden Fall sollten wir immer die folgenden Faktoren im Blick behalten:
  • Der richtige Kamera-Typ bestimmt sich anhand unserer Erfahrung, Ziele und Motive.
    • Die Spiegelreflexkamera ist eine langfristige Investition, die sich erst mit passendem Know-How all ihre Optionen entlocken lässt.
    • Die Systemkamera ist die „kleine Schwester“ der Spiegelreflex, leichter zu tragen und auch leichter handhabbar – dafür ein bisschen langsamer.
    • Die Bridge-Kamera ist ein vielseitiges Modell für Fortgeschrittene und bringt einen starken Zoom mit.
    • Die Kompaktkamera ist klein, leicht und so immer dabei – perfekt für Einsteiger und alle, die nur hin und wieder ein paar schöne Erinnerungsbilder aufnehmen wollen.
  • Größe und Gewicht sollten möglichst gering sein, damit du die Kamera gern zur Hand nimmst.
  • Die Geschwindigkeit des Autofokus sollte für bewegte Motive bei max. 0,5 Sekunden liegen.
  • Die Zahl der Megapixel muss nur dann hoch sein, wenn wir unsere Bilder großformatig drucken wollen.
  • Ein großer Sensor lohnt sich vor allem für Portraits und andere Bilder, bei denen wir mit unscharfen Hintergründen spielen können.
  • Ein mittlerer Sensor macht es leichter, das Bild gleichmäßig scharf zu stellen.
  • Die Brennweite des Objektivs bestimmt darüber, wie nah wir an unser Motiv heranzoomen können (Zoom-Objektiv) bzw. wie weit wir uns ihm nähern müssen, um ein scharfes Bild zu bekommen (Festbrennweiten-Objektiv)
  • Die Blendenstärke des Objektivs sorgt für scharfe Bilder bei schlechtem Licht. Sie sollte bei f/3.5 oder niedriger liegen.
  • Das Auswählen verschiedener Objektive wird aber erst bei einer Spiegelreflex- oder Systemkamera relevant.

Wenig Licht ist eine Herausforderung für jede Kamera. Achte also darauf, wie lichtstark dein Objektiv ist!

 

Das beste Modell ist immer ein Kompromiss

Wenn ich mir eine perfekte Kamera wünschen dürfte, dann wäre sie eine Spiegelreflexkamera, leicht und handlich, schnell, speicherstark und mit einer optimalen Kombination von Sensor und wechselnden Objektiven ausgestattet. Aus Erfahrung weiß ich allerdings auch, dass ich diese Kamera so schnell nicht finden werde, weil sich meine Wünsche teils gegenseitig ausschließen. Klar: Leicht wäre toll, aber wenn ich eine Spiegelreflexkamera haben will, dann muss ich damit rechnen, dass ihr mechanisches Innenleben auch ein gewisses Gewicht mitbringt.
Aus genau diesem Grund sollten wir nicht nach der perfekten Kamera suchen, sondern nach dem Modell, das den Ansprüchen gerecht wird, die uns am wichtigsten sind. Vielleicht bedeutet das, dass wir am Ende eine etwas schwerere Kamera mit uns herumtragen. Oder wir müssen öfter zwischen mehreren Objektiven hin und her wechseln, um alle Reichweiten abzudecken. Aber wenn wir wissen, bei welchen Punkte auf unserer Checkliste wir am ehesten bereit sind, zu verhandeln, dann haben wir eine weitaus größere Produktpalette zur Auswahl – und das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern eröffnet uns auch größeren kreativen Spielraum.
Hast du beschlossen, auf eine Spiegelreflexkamera umzusteigen? Oder fotografierst du schon länger mit diesem anspruchsvollen Modell und fragst dich, wie du das meiste aus deiner Kamera herausholst? Schon bald gibt es wieder Einsteigerkurse für den Umgang mit der Spiegelreflex-Kamera. Ich zeige dir gern, wie du die besonderen Funktionen deines Kamera-Modells nutzt, um spannende neue Effekte zu erzeugen.
Also, ihr Lieben: Ab an die Kamera – und bis bald!
Eure Jill

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